Letzte Woche hatte das Schwiegerkind ein paar Nächte bei uns verbracht, da die Bahn mal wieder angekündigt morgens sehr unregelmäßig fahren sollte. So war da nicht sicher gewesen, ob oder wie sie hätte aus Berlin zu uns kommen sollen. Also blieb sie gleich über Nacht. Der Mangold hatte den Winter sehr gut im Beet überstanden und musste dringend geerntet werden................
..............und so beschlossen wir beide spontan, zum Abendessen eine Mangold-Quiche zu "zaubern"...........
...........also wurde der Mongold und frische Kräuter für die Füllung geerntet............
......und damit die frische Ernte auch wirklich frisch blieb, haben wir den Korb erstmal mit einem nassen Handtuch abgedeckt.......
......aus einem alten Kochbuch haben wir uns ein Rezept für Mürbeteig herausgesucht - das vermutlich bis heute sich nicht geändert hat (nein, den kann ich nicht auswendig, auch wenn es wohl für die geübte Köchin ein absoluter Klassiker ist (wie ich schon öfters erwähnt habe, gehört backen nicht zu meinen größten Talenten) :
1 Pfund / 500gr Mehl
1/2 Pfund / 250gr Butter (alternativ lt. Kochbuch 1/4 Pfund / 125gr Butter & 1/4Pfund / 125gr Schweineschmalz)
1/2 Pfund / 250gr Zucker (wir haben stattdessen natürlich etwas Salz genommen, denn es sollte ja ein herzhafter Teig werden)
2 ganze Eier (Tip laut Kochbuch: statt der 2 ganzen Eier wird der Teig noch mürber, wenn man 4 Eidotter / Eigelb nimmt (für diese Variante hatten wir uns entschieden)
1Eßlöffel Sahne oder Milch (wir haben uns aber für Wasser entschieden).......

......also wurde alles erstmal auf dem Tisch abgemessen, abgewogen und abgezählt zurechtgestellt........
..........und dann ging es los: zuerst haben wir das Mehl in die Schüssel gesiebt und das Salz dazugegeben.........

......dann wurde die weiche Butter in kleinen Stücken dazugegeben und die 4 Eigelb mit dem Wasser verrührt und ebenfalls in die Schüssel geschüttet........

...........dann musste der Teig zügig so lange geknetet werden, bis eine "trockene" Kugel entstanden war. Die haben wir in Klarsichtfolie eingschlagen und zum herunterkühlen in den Kühlschrank gelegt..........

.............dann hab ich mich an die Kräuter für die Füllung gemacht - ich hatte von allen im Garten wachsenden Kräutern einige Triebe geschnitten und der Duft der frischen Kräuter erfüllte die Küche - ich LIEBE diesen Duft frischer Kräuter !.....
..........der Reihe nach wurden nun die Kräuter kleingeschnitten und in einer Schüssel vermengt. Da ich grundsätzlich immer mehr Kräuter schneide als für das entsprechende Gericht oder Venaigrette nötig sind, friere ich die zuviel geschnittenen Kräuter kleingeschnitten ein und so wächst dann im Sommer der "Wintervorrat" heran, damit wir auch im Winter dann immer frische Kräuter zur Hand haben........

............Danach ging es dem Mangold an den "Kragen". Erstmal wurde der Mangold gründlich waschen, damit nicht nachher noch ausversehen Schnecke "Finchen" oder Gartenerde mit in der Pfanne landen würden........
.........danach wurde der Mangold (nur die Blätter ohne die Stiele) in feine Streifen geschnitten........
.....und kam mit etwas Olivenöl und einigen kleingeschnittenen Knoblauzehen in die Pfanne, wurde mit Salz überstreut und angeschwitzt.......
......und dann kam der grosse Schreck: wir hatten für die Füllung der Quiche weder Sahne, noch Cremefraiche oder Schmand im Kühlschrank. Ich war felsenfest davon überzeugt gewesen: ALLES IST DA (und natürlich nicht vorher den Kühlschank kontrolliert) - also ist der Held los und hat abends um 22 Uhr noch versucht, zumindest einen Teil dieser Zutaten an der Tankstelle zu bekommen - keine Chance bei uns hier auf dem Lande. Na, und um diese Uhrzeit brauchte ich auch die Nachbarin nicht mehr fragen - die lagen vermutlich schon in den Federn. Also haben wir kurzerhand umdisponiert und das Beste aus der Situation gemacht. Half ja nichts - wir wollten ja nicht hungrig zu Bett gehen. Also kam die Teigkugel für eine spätere Verwendung ins Eisfach und aus dem Mangold sollte Gemüserührei mit Butterbroten werden, denn für das Rührei war ja alles da und wurde bereit gestellt:
für jeden 3 Eier
Parmesan und alter Gouda zum reinreiben
Salz & frischer Pfeffer aus der Mühle (ich bin ein absoluter "Pfefferjunkie" - ohne frisch gemahlenen Pfeffer geht es bei uns nicht (selbst wenn wir auf Reisen sind, hab ich immer eine kleine "Reisepfeffermühle" dabei und wenn es in einem Restaurant keine Pfeffermühle zum Salat gibt, dann bekomme ich schlechte Laune)
ein paar Esslöffel frische Milch
etwas Olivenöl
UND natürlich die frischen Kräuter..............
......alles wurde miteinander vermengt..........
............und abschliessend der geriebene Käse unter die Eimasse gehoben.......
.......es wurden noch ein paar reife Tomaten kleingeschnitten und zum angedünsteten Mangold gegeben.........
....dann kam die Ei/Käsemasse drüber und alles wurde so lange in der Pfanne gerührt, bis die Eimasse gestockt war. Alles wurde auf die Teller verteilt und zur Krönung nochmals mit etwas Olivenöl übertreufelt.........
............. Endlich konnten wir essen (es war ja auch mittlerweile fast 23 Uhr) ABER es hat vorzüglich geschmeckt. Das Essen war SO zwar improvisiert, aber jammern hätte ja auch nicht geholfen. Und so hatten wir (das Schwiegerkind und ich zumindest, denn der Held hatte in der Zeit, als wir uns in der Küche vergnügt hatten, Pakete gepackt) trotzdem einen ganz wunderschönen und lustigen "Mädelsabend" und irgenwann werden wir dann wohl doch noch "unsere" Quiche zaubern - liebe Grüße an Euch alle - Eure Jacqueline